Berufen zum Dienst

Als er vor 35 Jahren mit seiner Frau und der jungen Familie nach Oberschwaben kam, war dies für ihn persönliche Berufung – eine Gewissheit, die bis heute trägt.

Warum Wilhelmsdorf?

Meine Frau und ich haben Soziale Arbeit in Würzburg studiert. Über eine Mitstudentin, die als Mitarbeiterin dort einstieg, wurden wir auf Wilhelmsdorf aufmerksam. Wir hatten den Wunsch, unsere von Gott geschenkten Gaben und die im Studium erworbenen Kompetenzen in einer christlichen Dienstgemeinschaft einzubringen. Diesen Ort fanden wir im Hoffmannhaus.

Warum bin ich noch hier?

Meinen Lebens- und Berufsweg habe ich in den fast 35 Jahren mehrmals hinterfragt.

Immer wieder hatte ich den Eindruck, dass Gott mich beruft und meine Berufung erneuert:

  • 1991 – als ich erster Erziehungsleiter im Hoffmannhaus wurde.
  • 2001 – als ich angefragt wurde, die Gesamtleitung zu übernehmen.
  • 2009 – als ich mir die Frage stellte, ob Gott mich nochmals an einem anderen Ort gebrauchen könnte. Kurz darauf brannte das Haupthaus ab, und beim Gang durch die Brandruine fiel mir eine alte Jahreslosung ins Auge: „Siehe ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht?“ Das nahm ich als persönliches Zeichen: „Unser Herr braucht mich weiterhin hier.“
  • Und 2020 –als ich für die Stellvertretung des Geschäftsführers angefragt wurde.

"Natürlich war ich auch neugierig darauf, was ER denn Neues schaffen wollte."


Als Gesamtleiter werde ich in allen Arbeitsfeldern von motivierten Leitungskolleginnen und -kollegen unterstützt. Ich freue mich über die gute Dienstgemeinschaft vor Ort und das inspirierende Zusammenspiel mit den Einrichtungsleitenden in Korntal. Die wachsende Verbindung mit dem Diakonierat und dem Brüdergemeinderat in Korntal stimmt mich hoffnungsvoll.

Ich engagiere mich als Vorstand im Fachverband Kinder, Jugend und Familie im Diakonischen Werk Württemberg. Fachliche Impulse kann ich in unsere Einrichtungen einbringen, Anliegen aus der praktischen Arbeit in die politische Meinungsbildung einfließen lassen.

Aktuell beschäftigt uns ganz extrem die Corona-Situation. Anfang 2021 standen alle Wohngruppen unter Quarantäne, eine sogar mehrere Wochen lang. Alle Kinder und mehrere Mitarbeiter waren infiziert – Gott sei Dank ohne gravierende Symptomatik.

Durch diese Zeit zu kommen war schwierig, und ich bin dankbar für den Rückhalt, den wir bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hatten. Unterstützt hat uns auch die erweiterte Dienstgemeinschaft. Wir mussten unsere Lasten in Wilhelmsdorf nicht allein tragen, sondern konnten sie mit den Geschwistern in Korntal teilen.

Mein Amt als Stellvertreter des Geschäftsführers sehe ich als weitere Berufung: Ich darf meine langjährige Erfahrung nochmals im größeren Rahmen zum Wohl des Gesamtwerks einbringen. Ich freue mich, dass ich diese Berufung in der täglichen Arbeit in Wilhelmsdorf und in einer umfassenden christlichen Dienstgemeinschaft leben kann.

„Ich bin immer wieder dankbar, dass sich Menschen in die herausfordernde, aber extrem wertvolle Arbeit der Jugendhilfe rufen lassen.“

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