Lernwerkstatt Phoenix (Naturnahe Intensivpädagogik)
Die naturnahe Lernwerkstatt Phoenix bietet Kindern und Jugendlichen in schwierigen und hoch belastenden Lebensabschnitten die Möglichkeit sich zu stabilisieren und grundlegende Sozialkompetenzen zu üben. Schulbesuche an Regelschulen, sowie Schulbesuche am SBBZ sind in der Regel vorangegangen und (mehrfach) gescheitert.
Um an einem regulären Schulleben wieder teilhaben zu können ist es wichtig, dass die Schüler durch positive Erfahrungen stabilisiert und in ihrer emotionalen und sozialen Entwicklung gestärkt werden. Unser Ziel ist es die jungen Menschen Schritt für Schritt (wieder) auf den Schulalltag vorzubereiten.
Den pädagogischen Rahmen bilden wildnis- und erlebnispädagogische Elemente. Wir arbeiten dabei bindungsorientiert mit einer sicheren Alltagsstruktur, sowie einem ritualisierten Tagesablauf.
Lernen mit und in der Natur
Die naturnahe Lernwerkstatt befindet sich in einem weitgehend naturbelassenen Waldgebiet an einem Bachlauf nahe Wilhelmsdorf. Ein Tipi stellt das Zentrum des wildnispädagogischen Handelns und Tuns dar.
Durch dieses veränderte Lernsetting in einer neuen Umgebung, sowie die kontinuierliche Beschäftigung mit den Veränderungen der Natur im Jahresverlauf (Frühling, Sommer, Herbst und Winter) werden den jungen Menschen individuell sowohl Inhalte aus verschiedenen bildungsplanrelevanten Fächern nähergebracht als auch Inhalte auf eine handlungsorientierte Weise vermittelt.
Unsere SchülerInnen erkennen ökologische Zusammenhänge und erlernen Techniken im Umgang mit der Natur.
Durch das tägliche Erleben von Flora, Fauna und Witterung wird ein individueller, tieferer Zugang zu unserer Natur gefördert. Dieser eigene Zugang ermöglicht sodann einen Zugang zu sich selbst und das Kennenlernen und Annehmen der eigenen Stärken und Schwächen ohne Werturteile. Die SchülerInnen können sich und ihre Klassenkameraden auf eine andere Art und Weise wahrnehmen und kennenlernen. Dies ermöglicht den SuS sich neu und unabhängig von den bisherigen Selbstbildern zu erfahren, soziale Kompetenzen einzuüben und zu erlernen, welche im „normalen“ Unterricht nur schwierig oder gar nicht vermittelbar sind. Im Rahmen des Sozialen Lernens ist es uns im Einzelfall und in Bedarfssituationen möglich, Elemente aus dem Coolness Training (CT®) und dem Anti-Aggressivitäts-Training (AAT®) in unsere Arbeit zu integrieren.
In vielen Lernsituationen geht es uns darum gemeinsam Lösungen zu finden und Beschlüsse zu fassen, die alle Perspektiven und Bedarfe der Beteiligten berücksichtigen. Das rücksichtsvolle miteinander leben in einer kleinen Gemeinschaft findet in einer sehr elementaren Form statt und wird gelebt und eingeübt. Konsequenzen für das eigene Handeln werden unmittelbar erlebbar und kontinuierlich zurückgemeldet. Bestenfalls beginnen die jungen Menschen bei uns sich umgehend selbst als ein Teil von allem zu begreifen und die Wechselwirkungen zwischen ihnen selbst, anderen Menschen und ihrer Perspektive zu erkennen.
Ein gelingender und konstruktiver Austausch zwischen Schule, Jugendhilfe, Eltern und Kooperationspartnern liegt uns am Herzen.
Ansprechpartner
Jens Buchmüller (Lernwerkstätten)
Tel: (07503) 203-770
E-Mail: Buchmüller.Jens@diakonie-bgk.de
